Die TG5 – eine Outdoorkamera von Olympus befindet sich seit ein paar Wochen in meinem Besitz und ich habe sie wie ich es mit jedem neuen Objektiv auch mache und es für mich sinnvoll machbar ist ein paar Vergleichstests unterzogen. Ich bin kein Freak mit eigenem Labor und Testgeräten – ich will nur wissen: hat die Neuanschaffung Macken die ich evtl. reklamieren muss und was kann ich mit der Neuanschaffung machen und was nicht.

Im Vergleich mit einem Smartphone – dem G4 von LG – schneidet sie bei Landschaft und Architektur, sowie beim Einsatz von HDR nicht gut ab. Wenn es darum geht Dinge aus der Nähe zu fotografieren überzeugt sie mich dann schon eher – im Vergleich mit dem Smartphone allemal, denn das hat da ganz klar seine Grenzen. Und tauchen könnte ich mit dem G4 auch nicht und es auch nicht an die Wand werfen… Die Kamera hat lichte Seiten: Die Robustheit, den Zoom bis 100 mm (KB) und den „Mikroskopmodus“, der weit über das hinausgeht, was andere Kompakte (die nicht das gleiche Objektiv einsetzen) können. Bilder hierzu vielleicht demnächst.

Jetzt erst mal die Bilder „zum Schatten“. Wenn sie auf ein Bild klicken öffnet es sich in voller Größe. (Also Achtung: große Dateien – viel Download)

 

TG5 - 25 mm F:2.8 - abgeblendetTG5 – 25 mm abgeblendet auf F:2.8

Die Ecken sind weich, links oben zeigt sich chromatische Abberation – die eigentlich bei der kamerainternen Bildbearbeitung herausgerechnet werden könnte.

 

 

 

 

LG G4 F:1.8LG G4 ebenfalls Weitwinkel F:1.8

Lassen Sie sich nicht von dem breiteren Sensorformat irritieren. Das Bild ist bei gleicher Gelegenheit von der gleichen Stelle aufgenommen. (Links oben können Sie übrigens die Andeutung meines „Dusselfingers“ erkennen – so etwas passiert mir immer mal wieder beim Smartphone, da ich es nicht so oft einsetze und nicht ganz so geübt im Umgang damit bin.)

Das Smartphonefoto mag leicht überschärft sein – aber es kennt Details die die TG5 selbst abgeblendet nie kennen gelernt hat. Es ist in den Ecken nicht perfekt aber doch deutlich brauchbarer.

 

Die HDRs:

TG5 25 mm F:2.8 - abgeblendet - HDRTG5 25 mm F:2.8 HDR

Laut Beschreibung kombiniert die Kamera eine Reihe Einzelbilder, um eine optimale Lichtverteilung zu erreichen. Eine Analyse des Bildes findet offensichtlich nicht statt und damit auch keine Anpassung der Stärke des Effekts. Die Bilder werden ganz offensichtlich ohne Berücksichtigung der Bewegung der Kamera zwischen den einzelnen Aufnahmen einfach Kante an Kante aufeinandergelegt und mit einem (zu) einfachen Algorithmus zusammengerechnet. Die Detailauflösung geht dabei fast vollständig verloren. Das Bild ist flau und unbrauchbar.

 

 

LG G4 F:1.8 HDRLG G4 HDR

Schon die Vorschaubilder lassen erkennen, welche Variante besser ist.

Das G4 erhält wesentlich mehr feine Details und bringt auch in einer Situation, in der man nicht zu HDR greifen müsste gute Ergebnisse. Die Bildverarbeitung ist offensichtlich in der Lage mehrere (mind. 2 – das G4 kennt Ghosting Effekte) Bilder so übereinander zu legen das die feinen Kanten übereinander zu liegen kommen und erhält damit die Details. Der HDR-Effekt wird darüber hinaus an die Situation angepasst. Das Ergebnis ist mehr als eine Klasse besser!

Mein Fazit:

Für Architektur und Landschaft greife ich solange es die Wetterbedingungen erlauben besser zu meinem Smartphone. Das ist mindestens eine Klasse besser.

 

„Diskussion“ und ergänzende Information:

Laut Olymus befindet sich mein Exemplar innerhalb ihrer Spezifikationen – sie haben sich die Bilder angeschaut.

Mir wurde der Einwand entgegengebracht es handele sich beim Smartphone ja um eine Festbrennweite. Das ist richtig und prinzipiell haben Festbrennweiten einen Vorteil. Prinzipiell ist aber auch eine lichtstarke Offenblende wie F:1.8 problematisch. Und ich vergleiche ein Smartphone, das nur eine Offenblende hat mit einer Kompaktkamera im abgeblendeten Zustand. V.a. aber ist in so einem Smartphone extrem wenig Platz und ein Objektiv zu konstruieren, dass mit ein paar Millimetern klar kommt auch eine Herausforderung…

Ich hätte erwartet, dass Smartphone und hochwertige Kompakte auf Augenhöhe sind. Das sind sie in diesem Fall im Weitwinkelbereich nicht.

Möglicherweise ist es auch einfach an der Zeit, dass Kamerahersteller begreifen, dass die Entwicklung einer Hardware nicht alles ist und „kaufen sich mal echte Softwareprofis aus dem Smartphone Bereich ein“. Die beherrschen ihren Job ganz offensichtlich besser.

Für Testaufnahmen mache ich jedes Bild doppelt, vergleiche diese beiden Bilder dann in der 100%-Ansicht und behalte das bessere der beiden. Dieses „Bessere“ geht dann in die weiteren Vergleiche ein.